Wie die Stärken – Schmiede ihre Schmiedin fand.

Wie die Stärken – Schmiede ihre Schmiedin fand.

Wie die Stärken – Schmiede ihre Schmiedin fand.

Portrait_CP_Schal_pink-frei_inkl_RahmenEs war einmal eine junge Frau, die, ausgestattet mit einem flotten Mundwerk und viel Selbstvertrauen, in das Leben geschickt wurde. Mit der Losung ihrer Eltern, lern was Gscheit`s werd Köchin, wurde sie bei Sissy Sonnleitner abgegeben.

Diese erkannte, dass sie einen Rohdiamant bekommen hatte, der mit etwas Fingerspitzengefühl, zu einem Menschen reifen würde, dem Kommunikation im Blut lag. Deshalb verordnete sie ihr, die Kellnerinlehre gleich mitzumachen. Wie weise diese Entscheidung war, zeigte sich nach den Sturm- und Drangjahren, als sie als junge Mutter Gemeinderätin wurde.

Geübt im Umgang mit Menschen, zuhören können, Wissen aufzusaugen und ein Rhetorik-Talent führte die junge Frau, die Karriereleiter empor. Bis sie ihren Traumstatus, Bürgermeisterin zu sein, inne hatte. Ihre Begeisterung für Gemeinde und Vereine zu arbeiten kannte fast keine Grenzen. Das sie dafür andere Dinge aus ihrem Leben ausschloss, wurde ihr erst hinterher klar.

Ich bin eine starke Frau wurde zu ihrem Mantra. Ihren Sohn zog sie alleine auf. Ihren Job, als Köchin eines Seniorenwohnheimes, erfüllte sie zu 150% und fühlte sich noch bestätigt, als sie auch hier befördert wurde. Männer nahm sie nur als Geschäftspartner zur Kenntnis, Gefühle und Bedürfnisse wurden rigoros unterdrückt. Als leise Zweifel aufkamen, schickte ihr eine gute Fee eine Freundin vorbei, die sie gnadenlos auf den Selbsterfahrungstrip der Gestaltpädagogik schickte.

Die erste Prüfung, Kündigung als Küchenleiterin, bestand sie mit Bravur. Voller Tatkraft stürzte sie sich auf ihre Chance, neues Leben neuer Job. Lebens- und Sozialberaterin wollte sie werden, um anderen Menschen auch zu mehr Stärke zu verhelfen. Das Stärken mit Schwächen gekoppelt sind, und diese ebenfalls integriert werden müssen, lernte sie unter Tränen, nachdem ihr der Beruf der Bürgermeisterin genommen wurde.

Nachdem sie die Trauer, die Wut und das Selbstmitleid angenommen und als Teil ihrer Persönlichkeit anerkannt hatte, traten auch noch weitere Schwächen zu Tage. Diese legte sie in das Feuer, hämmerte sie immer wieder in Form und polierte sie schließlich so lange, bis sie die Stärke in der Schwäche erkannte. Jetzt erst war sie reif dafür, die Tore ihrer Schmiede zu öffnen, um anderen Menschen zu helfen die Stärken freizulegen. Achtsam mit den Schwächen umzugehen hat sie inzwischen auch gelernt und darf sich deshalb voller Stolz Stärken Schmiedin nennen.

 

Weitere Berichte über Stärken und Schwächen, und deren Aufenthalt in der Stärken – Schmiede, gibt es monatlich in diesem Blog. Über Kommentare und Anregungen freue ich mich.

 

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