Als das Selbst seinen Wert fand

Als das Selbst seinen Wert fand

Als das Selbst seinen Wert fand

 

Es war einmal ein graues unscheinbares Wesen, Selbst wurde es gerufen. Für alles Unangenehme wurde das Selbst eingesetzt. Arbeit die sofort erledigt werden musste, landete beim Selbst. Überall wo zusätzliche Arme und Beine gebraucht wurden, erschallte der Ruf nach dem Selbst.

Sobald alles erledigt war, rühmten sich alle, wie gut sie diese Herausforderung wieder geschafft hatten. Die Hilfe des Selbst hat niemand wahrgenommen. Darüber kränkte sich das Selbst sehr und schlich leise von dannen. Es ging auf Wanderschaft, mit der Hoffnung im Herzen, seinesgleichen zu finden. So sehr es sich auch bemühte, es fand kein anderes Selbst. Es erkannte, das andere Selbst auch unsichtbar sind.

Da es aber schon mal unterwegs war, wollte es sich in der Welt umsehen. Eines Tages hörte es aus der Ferne ein herzerweichendes Schluchzen. Neugierig geworden, machte es sich auf die Suche nach dem Ursprung dieses Geräusches. Plötzlich stand sie vor einem riesenhaften Wesen. Das Selbst legte den Kopf in den Nacken um an der Gestalt hinauf zu sehen. Zwei Sturzbäche schossen an dem Ding herunter und bildeten am Boden bereits einen kleinen See. Das Selbst stupste unerschrocken dieses Etwas an. „Wer kitzelt mich an meinem großen Zeh?“ hörte es eine grollende Stimme. „Ich bin es, das Selbst“ antwortete es unerschrocken. Das Riesenwesen bewegte sich dem Boden entgegen, und nahm das Ding mit der piepsenden Stimme, in Augenschein.

„Wer bist denn du?“ fragten beide gleichzeitig. Das kleine, graue unscheinbare Wesen erklärte, was es mit dem Selbst auf sich hatte. Danach berichtete die riesenhafte Gestalt, dass er der Wert sei. Weil er aber schon so groß ist, kann sich niemand mehr seine Gesellschaft leisten, deshalb sei er so traurig. Wenn wir Beide schon traurig und allein sind können wir dies auch zusammen tun, beschlossen sie spontan. Damit sie auf Augenhöhe kommunizieren können, nahm der Wert das Selbst Huckepack, und so gingen die Zwei seitdem gemeinsam durch die Welt. Durch die Aufmerksamkeit des Wertes wuchs das Selbst, seine Statur wurde kräftiger und die Stimme gewann an Kraft. Der Wert wiederum, erhielt von so viel Aufmerksamkeit, seinen Glanz zurück, und achtete in Zukunft darauf, achtsam mit anderen Wesen umzugehen.

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Der Geburts-Tag ein persönlicher Stärken-Tag

Wer wie ich, an einem Sonntag den 24. Dezember um 19 Uhr 02 geboren wird, ist in den Augen vieler Menschen ein Glückskind. Das ich jahrelang wenig Freude mit diesem Datum hatte, konnte ich meiner Umwelt schwer begreiflich machen.
Ein Heilig Abend Kind muss mit der Erkenntnis leben, dass Weihnachten für alle ein Freudenfest ist, und der Geburtstag halt nur für den Einen zählt. Die kollektive Aufregung um Schenken und beschenkt werden, wird zwangsläufig geteilt. Dazu kommt noch die Vergesslichkeit in der Weihnachtshektik. Viel zu oft ist es vorgekommen, dass nach einem opulenten Mahl und der Bescherung die Erkenntnis dämmerte, da war ja noch was.
Erst als ich verstand, dass der 24. Dezember für alle Menschen mit positiven Gefühlen abgespeichert ist, konnte ich die Reaktionen, bei der Nennung meines Geburtstages, zuordnen. Die logische Konsequenz daraus war, der Frage nachzugehen, welchen Einfluss der Tag auf mich hat.
Gibt es was Schöneres als ein Lächeln zu ernten wenn das Geburtsdatum genannt wird? Diese Energie hat sich in mir manifestiert. Das Sonntagskind war in meinem Fall nur noch die Zugabe. Die Uhrzeit ist da schon dramatischer und lässt mich als Geschenk durchs Leben gehen.
Mein Geburtshoroskop zeigt das Tierkreiszeichen des Steinbocks, mein Aszendent ist der Löwe und das alles im Haus der Jungfrau. Dazu kommen noch die Planeten die sich alle um diese drei gruppieren. Ein Experte hat mir bescheinigt, dass er selten ein kraftvolleres Horoskop gesehen hat. Auch in der Numerologie kann ich Bestätigung der positiven Kraft finden. 2+4+1+2 ergibt 9 und diese Zahl steht für Weisheit.
So wie ich die Ressourcen meines Geburtstages gesucht habe, steckt in jeden Tag etwas Besonderes. Ist es vielleicht der Ort, die Stunde oder das soziale Umfeld in das du hineingeboren wurdest? Warst du ein Wunschkind und wurdest sehnlichst erwartet oder hast du deine Eltern mit deiner Ankunft überrascht? Wie waren die Begleitumstände deiner Geburt? Eine dramatische Kaiserschnittgeburt wirkt sich ebenso auf das Leben aus wie eine Steißlage oder eine normale Geburt. Zu früh geborene Kinder sind meist große Kämpfer und solche die über die Zeit gehen bringen viel Gelassenheit mit.
Es bringt überraschende Einsichten, sich mal mit der eigenen Geburt auseinander zu setzen und zu erleben, welche Stärken da schon vorhanden waren und seitdem die Persönlichkeit mitbestimmen.

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Wie die Stärken – Schmiede ihre Schmiedin fand.

Wie die Stärken – Schmiede ihre Schmiedin fand.

Wie die Stärken – Schmiede ihre Schmiedin fand.

Portrait_CP_Schal_pink-frei_inkl_RahmenEs war einmal eine junge Frau, die, ausgestattet mit einem flotten Mundwerk und viel Selbstvertrauen, in das Leben geschickt wurde. Mit der Losung ihrer Eltern, lern was Gscheit`s werd Köchin, wurde sie bei Sissy Sonnleitner abgegeben.

Diese erkannte, dass sie einen Rohdiamant bekommen hatte, der mit etwas Fingerspitzengefühl, zu einem Menschen reifen würde, dem Kommunikation im Blut lag. Deshalb verordnete sie ihr, die Kellnerinlehre gleich mitzumachen. Wie weise diese Entscheidung war, zeigte sich nach den Sturm- und Drangjahren, als sie als junge Mutter Gemeinderätin wurde.

Geübt im Umgang mit Menschen, zuhören können, Wissen aufzusaugen und ein Rhetorik-Talent führte die junge Frau, die Karriereleiter empor. Bis sie ihren Traumstatus, Bürgermeisterin zu sein, inne hatte. Ihre Begeisterung für Gemeinde und Vereine zu arbeiten kannte fast keine Grenzen. Das sie dafür andere Dinge aus ihrem Leben ausschloss, wurde ihr erst hinterher klar.

Ich bin eine starke Frau wurde zu ihrem Mantra. Ihren Sohn zog sie alleine auf. Ihren Job, als Köchin eines Seniorenwohnheimes, erfüllte sie zu 150% und fühlte sich noch bestätigt, als sie auch hier befördert wurde. Männer nahm sie nur als Geschäftspartner zur Kenntnis, Gefühle und Bedürfnisse wurden rigoros unterdrückt. Als leise Zweifel aufkamen, schickte ihr eine gute Fee eine Freundin vorbei, die sie gnadenlos auf den Selbsterfahrungstrip der Gestaltpädagogik schickte.

Die erste Prüfung, Kündigung als Küchenleiterin, bestand sie mit Bravur. Voller Tatkraft stürzte sie sich auf ihre Chance, neues Leben neuer Job. Lebens- und Sozialberaterin wollte sie werden, um anderen Menschen auch zu mehr Stärke zu verhelfen. Das Stärken mit Schwächen gekoppelt sind, und diese ebenfalls integriert werden müssen, lernte sie unter Tränen, nachdem ihr der Beruf der Bürgermeisterin genommen wurde.

Nachdem sie die Trauer, die Wut und das Selbstmitleid angenommen und als Teil ihrer Persönlichkeit anerkannt hatte, traten auch noch weitere Schwächen zu Tage. Diese legte sie in das Feuer, hämmerte sie immer wieder in Form und polierte sie schließlich so lange, bis sie die Stärke in der Schwäche erkannte. Jetzt erst war sie reif dafür, die Tore ihrer Schmiede zu öffnen, um anderen Menschen zu helfen die Stärken freizulegen. Achtsam mit den Schwächen umzugehen hat sie inzwischen auch gelernt und darf sich deshalb voller Stolz Stärken Schmiedin nennen.

 

Weitere Berichte über Stärken und Schwächen, und deren Aufenthalt in der Stärken – Schmiede, gibt es monatlich in diesem Blog. Über Kommentare und Anregungen freue ich mich.

 

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